Ende 2014 wurde es hier ja etwas ruhiger, aber Daniel ist ja schon wieder aufgetaucht (bei Andreas wird es wohl noch einige Windeln dauern …)! Ich schließe hier mal ein wenig die Lücke und berichte von Spielerlebnissen, die Ende 2014 und jetzt auch schon Anfang 2015 bei mir noch besonders hängen geblieben sind.

The Golden Ages

The golden Ages

Im Netz als Civ-Spiel “light” beschrieben, war ich neugierig geworden und habe den resultierenden Blindkauf auch nach den ersten beiden 2er Partien nicht bereut. Material und Aktionsmöglichkeiten sind für ein Zivilisationsspiel in der Tat deutlich auf ein Wesentliches begrenzt und das hat mich anfangs noch etwas irritiert. Dennoch ergibt sich in zeitlich überschaubarem Rahmen ein Gefühl der Entwicklung und auch ein bisschen der Ausbreitung auf der – ebenfalls aufs Wesentliche begrenzten – Landkarte. Schon nach dem zweiten Spiel folgten Diskussionen über Möglichkeiten und Strategien, und zwar im positiven Sinne. Es ist grundsätzlich ein Euro-game mit Aktionswahlmechanismus. Jeder Spieler wählt solange reihum eine der 8 Aktionen, bis alle gepasst haben. Besonderer Kniff: wer zuerst passt läutet für seine Zivilisation ein Goldenes Zeitalter ein und bestimmt, was in dieser Runde gewertet wird. Außerdem bekommt jeder, der gepasst hat, 2 Goldstücke (was besonders in den ersten beiden Zeitalter nicht wenig ist), wenn er noch einmal an die Reihe kommen würde. Alle anderen sind somit noch in der Lage , zu reagieren und weitere Aktionen durchzuführen, füllen damit aber die Kassen derjenigen, die bereits gepasst haben. Bin sehr gespannt auf weitere Partien, vor allem auch mal mit 3 oder 4 Spielern.

Die Schlacht der fünf Heere

Die Anführer und Helden der fünf Heere

Ein kleiner Ableger vom epischen Ringkrieg aus demselben Verlag und von denselben Autoren mit …fast … demselben Würfel-Aktionsmechanismus. Hier steht die abschließende Konfrontation aus Der Hobbit im Mittelpunkt. Der Spieler der freien Völker spielt auf Zeit und gewinnt, wenn ein Marker das letzte Feld der Schicksalsleiste erreicht. Auf dem Weg dahin schaltet der Marker immer mehr Anführer der freien Völker frei, in der Reihenfolge, wie sie auch in der Vorlage ins Geschehen eingreifen. Der Spieler des Schattens muss entsprechend seine militärische Übermacht schnell mobilisieren und Orte auf der Karte erobern. Festungen zählen vier Punkte, alle anderen Orte zählen 2. Bei 10 Punkten gewinnt der Spieler des Schattens sofort. Das Kampfsystem ist im Vergleich zum Ringkrieg verfeinert worden und bringt jetzt spezielle Eigenschaften unterschiedlicher Truppentypen ein. Wir hatten eine spannende Partie, die ich als Schattenspieler nach gewaltigem Hin und Her nach ca. 3 Stunden gewinnen konnte. Die 60 Minuten, die auf der Schachtel angegeben werden sind wohl nur bei Erreichen einer der beiden weiteren Siegbedingungen (der Schattenspieler hat beim Einschreiten von Thorin noch keine 6 Punkte oder der Spieler der freien Völker besiegt Bolg, den einzigen Anführer des Schattens) zu erreichen. Ich mag es, genau wie beim Ringkrieg, dass es den Spielern frei steht, die Ereignisse aus den Romanen auszulösen oder eine ganz andere Geschichte zu schreiben.

Ciúb

Ciùb – Die verschiedenen Würfel

Ein Dice-Management-Familienspiel, bei dem ich Würfelkombinationen erreichen muss, für die ich aus meinen Basiswürfeln ein besseres Set ertauschen muss, um die Bedingungen zu erfüllen. Durch Reservieren von Karten und Eliminieren (was erstaunlicherweise wenig genutzt wird) ergibt sich ein Hauch von Taktik. Zu zweit hat es mir gut gefallen, zu dritt und viert scheint es Längen zu haben. Mit mehreren Spielern sollte man daher vielleicht eher in der kurzen Version spielen.

 

 

The Manhattan Project

The Manhattan Project – Spielmaterial

Na sowas, noch ein Worker-Placement-Spiel. Und tatsächlich noch einmal eines, bei dem ich etwas Besonderes entdecken kann. Das Spiel ist geradlinig und kommt ohne viele Sonderregeln aus. Außerdem gibt es drei Typen von Arbeitern, die für unterschiedliche Zwecke eingesetzt werden können. Auch gibt es keine festen Runden, da das Einsammeln der Arbeiter eine eigene Aktion ist und das Spiel somit ständig im Fluss ist. Mit dem Thema des Atombombenbaus muss man allerdings erst einmal warm werden … in meinem Fall konnte das Spielgefühl das erste Unbehagen übertrumpfen. Ob ich für das Spiel eine nicht- mir- gehörende Apfelschorle darüber verschütten würde, damit es in meinen Besitz übergeht? Aber klar … aber ich würde mich beim nächsten Mal vorher erkunden, ob es vielleicht auch käuflich zu erwerben ist!!!

Nations

Auch ein großes Civ-Spiel kam noch einmal auf den Tisch und ich muss hier wohl nicht mehr schreiben, wie gut ich Nations finde. Aber ich habe jetzt gelernt, dass man beim Einstellen der Schwierigkeit erfahrenen Spielern, auch wenn sie Nations noch nicht kennen, maximal eine Stufe leichter erlauben sollte. Aber auch ohne eine reelle Chance, dem Spielsieg auch nur annähernd nahe zu kommen, hat das Spiel alle am Tisch gepackt und von den Stühlen geholt. Rückt für mich in meiner persönlichen Hitliste mit jedem Spiel weiter nach oben.

Battlelore, 2nd Edition

Auch hier habe ich bereits meine positive Meinung deutlich gemacht. Mit Steffen hatte ich zwei weitere Partien, bei denen ich jeweils endlich mal mit den Uthuk gewinnen wollte … was im ersten Spiel grandios scheiterte. Im zweiten Spiel habe ich es dann geschafft, aber deutlich bemerkenswerter als mein Sieg war der Weg dahin, bei dem wir uns mit waghalsigen und verzweifelten Manövern nichts geschenkt haben. Danke für diesen Schlagabtausch, Steffen … und ein bisschen Dank auch dir, Fortuna ;-)! In beiden Partien war die Aufstellung der Schlüssel zum Sieg.

Descent 2nd edition, Die Hauptmänner

Valyndra

Ok, das ist kein Spiel, aber ich bin jetzt für einen vermutlich nur kurzen Moment up to date mit den deutschsprachigen Erweiterungen. Besonders empfehlenswert sind die Sets von Raythen und Serena (Labyrinth des Verderbens), die nicht nur jeweils zwei Minis enthalten, sondern auch Charakterbögen der beiden, so dass sie in anderen Kampagnen als Helden gespielt werden können. Außerdem ist der Lindwurm Valyndra (Höhle des Lindwurms, siehe Bild) eine der schönsten Drachen-Minis, die ich kenne!

 

 

Lords of War

Lords of war

Martin brachte mir dieses kleine an Summoner Wars erinnernde Kartenspiel bei. Aber während SW auf bewegliche Einheiten, Würfelergebnisse und Aktionen setzt, ist Lords of War strategischer, denn ich platziere meine Einheit direkt in den Kampf hinein und kann durch feste Angriffsstärken vorher berechnen, was passieren wird. Natürlich gibt es auch hier einen Zufallseffekt, da ich nur 6 Karten meines Decks auf der Hand habe, aus denen ich wähle. Aber dieser ist deutlich geringer als bei SW. Und natürlich gibt es auch Regeln für Unterstützung, Kavallerie und Berserker, was aber sehr einfach gehalten wird. Die tollen Illustrationen geben dem eher abstrakten Spiel dazu noch eine thematische Note. Hat mir gut gefallen. Im Nachhinein war das Set Templer vs. Untote spannender als das Deck Orks vs. Zwerge.

Patchwork

Kurze Regel, kurze Spieldauer, also auch kurzer Eindruck: macht total Spaß!

Murano

Für mich ein typisches Euro-Game mit einem interessanten Rondell-Mechanismus. Obwohl man während des Spiels durchaus rechnen muss, kann man es nicht durchrechnen. Mir gefällt das, es könnte aber dem einen oder anderen Strategen eher missfallen. Angenehm war auch der relativ kurze Aufwand beim Erklären. Ich habe jetzt im Netz gelesen, es soll auch ohne Glashütten und Läden zu gewinnen sein … da gibt es dann auch noch was für mich zu entdecken. Obwohl es sich wohl nicht in meine persönliche Top 10 spielen wird, gefällt es mir wirklich sehr gut.